HABICHTSWALDKLINIK
Abteilung Onkologie

Die integrative Onkologie vereint universitäre Medizin,
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Komplementäre Onkologische Medizin ©
in der Deutschen Krebsgesellschaft

Gründungssitzung des Arbeitskreises Komplementäre Onkologische Medizin (AKOM)

Am 2. Aprilwochenende 2007 trafen sich Wissenschaftler und Ärzte unterschiedlichster Fachrichtungen, deren Arbeitsschwerpunkt in der Onkologie liegt und gründeten einen bundesweiten Arbeitskreis innerhalb der Deutschen Krebsgesellschaft, der sich der evidenzbasierten Forschung komplementärer medizinischer Therapien in der Onkologie widmen wird. Bis zu 80 % der Patienten mit onkologischen Erkrankungen nutzen in irgendeiner Form komplementäre Methoden, bis zu 40 % der Patienten in Phase-1-Studien, bei der es um die Austestung von ganz neuen Medikamenten geht. Patienten treffen auf ein unüberschaubares Angebot an komplementären und alternativen Methoden und sind kaum in der Lage, Fundiertes von Scharlatanerie zu unterscheiden. 

Selbst für Ärzte sind die meisten Methoden, mit denen sie in der täglichen Arbeit, z. B. durch Fragen von Patienten, konfrontiert werden, nicht zu bewerten. Intensive Literaturrecherchen zeigen jedoch, dass es zu vielen Substanzen und Methoden Untersuchungen aus Labor- und Tierexperimenten und zum Teil auch klinische Studien gibt.

Themen des Arbeitskreises Komplementäre Onkologische Medizin 

Der Arbeitskreis wird sich mit der systematischen Erarbeitung dieser Literaturdaten beschäftigen und schrittweise für die wichtigsten komplementären Therapien Bewertungen erstellen.  

Umgekehrt werden für einzelne Krankheitsentitäten Empfehlungen zusammengestellt, welche komplementären Methoden evidenzbasiert eingesetzt werden können.  

Hierbei wird das Augenmerk auf zwei Fragestellungen gerichtet werden: 

  1. Gibt es Wirksamkeitsnachweise für die jeweilige Substanz?
  2. Wie sieht es mit den Interaktionen mit der für die jeweilige Erkrankung empfohlenen onkologischen Therapie aus – bestehen Synergien oder antagonistische Effekte?

Der Arbeitskreis komplementäre onkologische Medizin geht von folgenden Grundsätzen aus:

  1. Komplementäre Medizin bietet Chancen wie Risiken
  2. Komplementäre Onkologie ist keine „alternative Onkologie
  3. Sie ist grundsätzlich wissenschaftlich erforschbar und kann nach den Regeln der Evidenz basierten Medizin systematisch entwickelt werden
  4. Sie bietet Möglichkeiten, etablierte Verfahren der Onkologie zu unterstützen, indem sie Nebenwirkungen behandelt und evtl. sogar Wirkungen verstärkt
  5. Wenn Medikamente im Rahmen der komplementären Onkologie eingesetzt werden, so können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit der übrigen Medikation entstehen. Kenntnisse hierüber sind für onkologisch tätige Ärzte wichtig
  6. Auch mit komplementären Verfahren können klassische Studien aufgebaut werden, die sich in der Klarheit ihrer Aussagen nicht von Phase-II- oder III-Studien unterscheiden dürfen

Die Bewertungen und Empfehlungen sollen in den kommenden Monaten schrittweise publiziert werden und auch über das Internet zugänglich gemacht werden. Hierbei sucht der Arbeitskreis die enge Zusammenarbeit mit den Fachgesellschaften und Studiengruppen. Da für viele komplementäre Methoden keine klinischen Daten vorliegen, wird sich der Arbeitskreis außerdem dafür engagieren, gezielt Studien für aussichtsreiche Substanzen durchzuführen. 

Hierbei ist sowohl an eigene Studien zu bestimmten Fragestellungen gedacht, als auch an die Möglichkeit, die Zusammenarbeit mit bereits aktiven Studiengruppen Fragestellungen zu klären.

Bereits 2008 soll ein erster wissenschaftlicher Kongress unter Leitung des Arbeitskreises ausgerichtet werden, der ein Forum für eine evidenzbasierte komplementäre Onkologie bieten wird.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
 © Dr. Jutta Hübner, Onkologie

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Aktualisiert: Juni 2010

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